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05.06.2021, 16:48 Uhr | Frank D. Lemke.

KIRCHENGEMEINDE WÜSTEN WEIHT RENOVIERTE KIRCHE MIT FESTGOTTESDIENST EIN

Die Kirche in Wüsten ist seit 400 Jahren ein Ort der Zuflucht und Begegnung. Eltern beteten in Kriegen um die sichere Heimkehr ihrer Kinder. Zweifler suchten Sinn und Trost. Wer glücklich war, zeigte seine Dankbarkeit mit Worten und Taten. Die Kirchengemeinde hat diesen für sie besonderen Ort renoviert und für die kommenden Generationen bewahrt.

„Gottes Geist verbindet uns mit einer Geschichte, die wesentlich größer als unsere eigene ist“, sagte der Landessuperintendent Dietmar Arends bei dem ersten Festgottesdienst.  Die Kirchengemeinde Wüsten habe mit der Renovierung einen Teil der christlichen Geschichte geschrieben. Jede Gemeinde sei Teil der Ökumene, der weltweiten christlichen Gemeinschaft.

Diese Geschichte der Renovierung begann vor zweieinhalb Jahren mit den ersten Planungen. Das Mauerwerk des Gebäudes zeigte Risse. Die Elektrik stammte aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die Heizung fiel immer wieder aus. Um die Renovierung finanziell  zu stemmen, beantragte die Kirchengemeinde Fördermittel des Sonderschutzprogrammes für Denkmäler beim Bund. „Der Antrag war perfekt vorbereitet“, sagte die Bundestagsabgeordnete Kerstin Vieregge.

Deswegen konnte sie die Entscheider in Berlin davon überzeugen, das Projekt mit 230.000 Euro zu fördern. Die Stadt Bad Salzuflen übernahm die Restaurierung der Kirchenbänke. Die Lippische bLandeskirche unterstützte  das  Projekt  ebenfalls.
„Wir haben von Anfang an auf Qualität gesetzt“, sagte der Koordinator Hans-Peter Wegner. Viele Menschen waren an dem Projekt beteiligt: Handwerker, Politiker, Sachverständige, Behörden, Ehrenamtliche.

„Wir wollten den originalen Charakter des Gebäudes erhalten“, sagte die Projektleiterin Constance Schröder. Die Kirche macht jetzt den Eindruck, als hätte sie schon immer so ausgesehen – nur deutlich freundlicher. Die neuen Farben der Empore sind heller und einladend. In den Zwischendecken ist jetzt Holz anstatt Pappmasche verbaut. Die Risse in den Wänden sind verschwunden. Die modernen Steinfliesen auf dem Boden sehen aus, als ob die Erbauer sie persönlich ausgewählt hätten.

Die mehr als 40 Besucher des Festgottesdienstes haben die Arbeit sehr gelobt. „Diese Kirche ist ein Juwel“, sagte der Landessuperintendent Dietmar Arends. Der Bürgermeister der Stadt Bad Salzuflen betonte die Tatkraft der Kirchengemeinde: „Hier hat das Wort des Glaubens wieder eine feste Gestalt bekommen“, sagte Dirk Tolkemitt.

Pfarrer Thomas Weßler dankte für den Einsatz aller Beteiligten, insbesondere der Ehrenamtlichen.
„Wir hoffen, dass die Corona-Krise bald vorbei ist und wir hier wieder richtig feiern können, um dem 400- jährigen Geburtstag unserer Kirche gerecht werden zu können.“