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04.05.2021, 12:00 Uhr

Antrag 'Detmold gegen Einsamkeit' - Konzept zur Bekämpfung von Einsamkeit im Alter

Die CDU-Ratsfraktion Detmold beantragt, der Rat beschließt, die Verwaltung wird beauftragt, eine umfassende Strategie zur Bekämpfung der Einsamkeit im Alter für die Stadt Detmold bis Ende 2021 zu entwickeln. Die Erkenntnisse der Verwaltung aus dem am 12.08.2020 vorgelegten „Bericht zur Lage der Seniorinnen und Senioren in Detmold“ könnten für die Strategie „Detmold gegen Einsamkeit“ mit herangezogen werden.

Sachdarstellung und Begründung:

Die CDU-Ratsfraktion unterstützt die Seniorinnen und Senioren, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Dafür muss die Kommune in ihrem eigenen Interesse bessere Rahmenbedingungen schaffen. Einige sind nachfolgend genannt:

• Projekt „Wohnen gegen Hilfe“ um Seniorinnen und Senioren und Studierende zusammen zu bringen

• Leihgroßeltern, Seniorinnen und Senioren melden sich, die gerne Großeltern sein möchten und somit junge Eltern unterstützen, die keine Großeltern in erreichbarer Nähe haben.

• Zentrumsnahem Wohnen und Einkaufsmöglichkeiten vor Ort, wohnungsnahen Praxen, ausreichend Parkplätzen und guten Busverbindungen

• Städtebaulichen Maßnahmen zum Mobilitätserhalt von Seniorinnen und Senioren, wie Rampen und Aufzüge sowie abgesenkten Gehwegen für Rollatoren und Rollstühle

• Barrierefreien Wohnungsangeboten, neuen Wohnkonzepten und generations-übergreifendem Wohnen (z. T. beim Projekt „Siegfriedstraße“ schon geplant)

• An dem vom Kreis Lippe in diversen Gemeinden erfolgreich installierten Senioreninformationsdienst SinFol beteiligt sich die Stadt Detmold

 

Immer mehr Menschen leiden unter fehlenden sozialen Kontakten. Aktuellen wissenschaftlichen Studien zufolge fühlen sich insbesondere Menschen im hohen Alter häufig einsam – vor allem dann, wenn sie alleinstehend bzw. verwitwet, nicht viele Kommunikationsmöglichkeiten haben und nicht mehr sehr mobil sind. In Zeiten der Corona-Pandemie wird dieses gesellschaftliche Phänomen aufgrund der Kontaktbeschränken noch verschärft. Perspektivisch werden sich infolge des demographischen Wandels und der damit einhergehenden Alterung unserer Gesellschaft aber auch nach der Corona-Pandemie immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft einsam fühlen. Einsamkeit erhöht nachweislich das Risiko von psychischen sowie physischen Krankheiten wie Demenz, Alzheimer oder Herz-Kreislauferkrankungen.

Einsame und alte Menschen dürfen auch in Detmold nicht alleingelassen werden. Darum sollte die Verwaltung aktiv werden und eine koordinierende Rolle zur Entwicklung eines umfassenden „Konzepts gegen Einsamkeit“ unter Einbindung der verschiedenen Akteure der Stadtgesellschaft einnehmen. Die Verwaltung kann sich dabei sowohl an den Erkenntnissen zu der Lage der älteren Generation in Detmold als auch an den folgenden Handlungsempfehlungen der Körber-Stiftung sowie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung orientieren. Die in den Ausführungen dargelegten Maßnahmen sind als Anregung für die konkrete Ausgestaltung zu verstehen.