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08.11.2018, 15:30 Uhr

CDU im Jobcenter

Am Donnerstag, 18.10.2018 empfing Henning Matthes, Vorstand des Jobcenters Lippe, die Mitglieder der Detmolder CDU zu einem Gesprächsabend über Chancen und Herausforderungen der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten.

Gleich zu Beginn stellte Matthes fest, dass es vor allem praktische Erfahrungen seien, von denen er berichten könne. Denn die Geflüchteten kommen erst in die Förderung des Jobcenters, wenn ihr Asylgesuch oder der Flüchtlingsstatus anerkannt sind. So schlagen sich auch die hohen Zahlen der Jahre 2015 und 2016 erst nach und nach in Zahlen der Arbeitssuchenden und der Kunden des Jobcenters wieder. Systematische oder wissenschaftliche Auswertungen zur Wirksamkeit von Maßnahmen gebe es bisher kaum.
 
Und Integration braucht Zeit. Sie beginnt mit Sprach- und Kulturkenntnissen, die in Grundkursen angeboten werden. Flüchtlinge, die noch in solchen Maßnahmen stecken, tauchen nicht in den Arbeitslosenstatistiken auf. Doch sei es schwierig, manche Gruppen mit diesen Kursen zu erreichen, junge Mütter etwa, die – auch weil es nach der Rollenvorstellung im Herkunftsland so erwartet wird – sich ausschließlich der Kindererziehung widmen. Mitgebrachte Vorstellungen von Staatswesen und Verwaltungshandeln stellen die Mitarbeitenden des Jobcenters gelegentlich vor Herausforderungen. Das geringe Alter vieler Flüchtlinge sei allerdings als Vorteil zu sehen, denn Sprach- und Kompetenzerwerb fällt leichter in jungen Jahren.
 
Auf die sprachliche Grundausbildung muss schnell ein Einstieg in Ausbildung oder Arbeit folgen, schon nach wenigen Wochen ohne Anschlussbeschäftigen schwinden die erworbenen Fähigkeiten wieder. Bis Flüchtlinge auf diese Weise genug integriert sind, um ein selbstständiges Leben ohne die Hilfe des Jobcenters zu führen, vergehen schnell fünf oder sechs Jahr.
 
Als sinnvoll hat sich laut Matthes erwiesen, die verschiedenen Angebote nahtlos aneinander anzuknüpfen. Eine enge Vernetzung mit den verschiedenen Maßnahmenträgern und bis in die einzelnen Sozialräume hinein hat sich dabei als vorteilhaft erwiesen. Dass das Jobcenter in Lippe in kommunaler Trägerschaft steht und gut in die Struktur der kommunalen Dienstleistungen vor Ort eingebunden ist, erweise sich dabei als Vorteil.